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Ortsbeschreibung Capdepera
Der ca 8km nordöstlich von Arta etwas erhöht am Hügel Recó (371 m) liegende Ort Capdepera hat ca. 2.900 Einwohner. Er wird überragt von dem mächtigen Castell de Capdepera, das schon von weitem ins Auge sticht.
Aufgrund historische Funde in der Umgebung geht man davon aus, das Capdepera schon im 10.-2. Jh v. Chr. besiedelt war. Unter islamischer Besetzung gehörte der Ort zum Distrikt "Yartan".
Zum 1.Mal schriftlich wird "Cap de la pera" im "Llibre dels Feyts"erwähnt. In dieser Chronik wird von dem Vertrag vom 17.6.1231 berichtet, den König Jaume I. mit dem Maurenherrscher von Menorca schloss. Durch eine List hatte Jaume es geschafft, die Herrschaft über Menorca zu gewinnen. Am Festungsturm Miquel Nunis erinnert eine Plakette an den "Tractat de Capdepera entre el Rei Jaume I. i alfaqui de Menorca".
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Über den Ursprung des Namens Capdepera gibt es zwei Deutungen:
Zum einen soll der Name von dem lateinischen "caput petrae" herzuleiten sein. Das heisst "Kopf aus Stein oder Felsgipfel".
Andere Stimmen meinen, der Name sei mallorquinischen Ursprungs und bedeute "caput de la pera" = "Kopf der Birne".
Der langgestreckte Ort wird von engen Strassen durchzogen, in denen das Parken nahezu unmöglich ist. An der Hauptdurchgangsstrasse gibt es jedoch einen ausgewiesenen kostenfreien Parkplatz. Von dort geht es über den Plaça Espanya geradewegs mehr als 100 Stufen zum Kastell hinauf. |
Castell de Capdepera
Auf dem strategisch ungemein wichtigen Hügel haben wahrscheinlich schon die Araber ihren Verteidigungs- und Aussichtsposten gehabt. Man vermutet, dass der quadratische Hauptturm Miquel Nunis der Festung arabischen Ursprungs ist. Belegt ist, dass König Jaume II. den Befehl zur Errichtung der Festung gab. Im Jahr 1387 waren die Arbeiten rund um den maurischen Turm abgeschlossen. Innerhalb der mit dreieckigem Grundriss angelegten mächtigen Festungsmauern gab es eine kleine gotische Kapelle aus dem Jahr 1323 sowie ein Anzahl von Steinhäusern zur Aufnahme der Bevölkerung aus der Umgebung. Diese mussten zum Schutz vor türkische Piraten in das Wehrdorf ziehen. Im 15.Jh. wurden zur Verstärkung 4 Wachtürme errichtet, die die Namen Des Costerans, Sa Boira, Ses Dames, Banya tragen.

Dieses Bild basiert auf einem Bild aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Gabriele Delhey.
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Als Ende des 16.Jahrhunderts die Türken aus dem Mittelmeer vertrieben waren, bestand für die Bevölkerung kein Grund mehr, sich in dem engen Wehrdorf aufzuhalten. Sie begann deshalb im 17.Jh. ausserhalb der Festungsmauern am Hügel eine Siedlung zu gründen. Stattdessen zog jetzt das Militär in die Festung ein. Die "Dragons", ein Berufsarmee, hatte hier ihre Kasernen.
Ein grosses Gebäude für den Kommandeur, die "Casa del Gobernador" wurde im 18. Jh. gebaut. 1789 gab es auf dem Kastellgelände nur noch 25 Häuser, Kasernen und das Casa del Gobernador. Schliesslich wurde das Kastell ganz vom Militär geräumt, und zwar im Jahr 1854 |
1862 erfolgte die öffentliche Versteigerung der Immobilie, wobei ein finanzstarker Privatmann den Zuschlag erhielt. Erst mehr als 100 Jahre später, im Jahr 1983, erwarb die Gemeinde ihre Hauptattraktion zurück.
Sie renovierte die Anlage und baute sie dabei nach dem ursprünglichen Zustand "zurück".
Sie betreten das Kastell durch ein Tor aus dem 16.Jh.
Die Festungsmauern sind rundum begehbar, der Aufgang befindet sich beim kleinen Festungsturm. Von den Mauern haben sie einen wunderbaren Rundumblick in die Ebene bis zum Meer.
Innerhalb der Mauern am höchsten Punkt liegt die Kapelle Nuestra Senyora de la Esperanza. Auch ihr flaches Dach diente einst Verteidigungszwecken; heute ist es eine vorzügliche Aussichtsterrasse.
Im Innern der 1703 letztmalig umgebauten Kapelle finden Sie eine Christusstatue aus Orangenholz, die aus dem 14.Jh. stammen soll sowie eine Marienstatue. | ![]() | 
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Mit ihr verbindet sich eine schöne Legende:
Als im 14.Jh. Piraten das Kastell angriffen, holten die Bewohner die Madonna zur Hilfe und stellten sie auf die Mauer. Das Wunder geschah; es zog Nebel auf und die Angreifer verschwanden.
Der Turm Miquel Nunes mit seinem quadratischen "Sockel" , der vermutlich aus arabischer Zeit stammt, war früher wesentlich höher.
Öffnungszeiten:
November - März 10.00 - 17.00 Uhr
April - Oktober 10.00 - 20.00 Uhr
Eintritt: 2 Euro
Ein kleines highlight für Funk-/Flugtechniker - das VOR/DME UKW-Drehfunkfeuer bei Capdepera uuf dem Puig de Son Jordi. Das Funkfeuer wird als Hauptanflugszeichen für alle IFR-Anflüge auf den Flughafen Son Sant Juan in Palma genutzt. Die Antenne in Form eines flachen runden Tellers ist für den Laien sehr gut sichtbar und wird oft mit einer Aussichtsplattform und Rundsichtrestaurant verwechselt.
Capdepera im Internet:
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